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Retten, schützen, löschen, bergen – das gehört zum Alltag der Germaringer Feuerwehr seit ihrer Gründung im Jahr 1871. Dass die Wehr auch anständig feiern kann, bewiesen die Floriansjünger am vergangenen Wochenende.
Drei Tage lang brummte das in Sichtweite der Obergermaringer Feuerwehrwache aufgebaute Festzelt zur 140-Jahr-Feier, bei der auch zwei neue Fahrzeuge geweiht wurden: Nach zwei deftig-lauten Unterhaltungsabenden mit der "Alpenmafia" und den "Troglauer Buam" staunte Kommandant Benjamin Biechele am Ende des sehr gut besuchten Dankgottesdienstes am Festsonntag nur noch: "Das ist einmalig", meinte Biechele nach seinem kurzen Rückblick auf die Geschichte der Wehr. Mit derart vielen Gästen und so viel Unterstützung aus dem Dorf hatte der junge Feuerwehrchef nicht gerechnet.
Der besondere Gast
Über 30 Fahnenabordnungen der benachbarten Wehren und Vereine säumten den Altar der Eucharistiefeier im Festzelt, die von Pfarrer Joachim Gaida und einem besonderen Gast der Gemeinde gestaltet wurde: Pater Thiemo Biechele, einem gebürtigen Germaringer und ausgewiesenem Fan des örtlichen Fußballvereins, der seit 1957 als Missionar in Tansania lebt und arbeitet.
Vor dem Höhepunkt des Gottesdienstes, der Fahrzeugweihe, hatte Pfarrer Gaida den vielen Feuerwehmännern und -frauen einen außergewöhnlichen „Kameraden“ vorgestellt: Wenn es in frühchristlichen Zeiten eine „Freiwillige Feuerwehr Nazareth“ gegeben hätte, betonte Gaida, „dann wäre Jesus sicher dabei gewesen“. Wie im christlichen Gleichnis („Ich habe Euch gebraucht und Ihr seid gekommen“) würden die Wehrleute dem Nächsten einfach dienen, ohne groß darüber nachzudenken.
Für diese Bereitschaft und Hingabe gebühre ihnen Dank.
Das persönliche Engagement jedes einzelnen Feuerwehrmannes und die Leistung des gesamten Teams stellten auch die weiteren Festredner der Jubiläumsfeier in den Vordergrund: „Wer nach einem stundenlangen Nachteinsatz auf der B 12 am nächsten Morgen ganz normal wieder in die Arbeit geht“, betonte etwa der stellvertretende Landrat Alexander Müller, der habe sich Respekt verdient. Laut Müller wurden die Ostallgäuer Feuerwehren allein im vergangenen Jahr rund 1400 Mal zu Einsätzen gerufen. „Die Menschen im Ostallgäu wissen ganz genau, was sie an ihren Wehren haben“, so Müller weiter.
Stolz auf die Obergermaringer Feuerwehr ist auch Bürgermeister Kaspar Rager, der sich nach dem finanziellen Kraftakt der Neubeschaffung eines neuen Einsatzfahrzeuges erleichtert zeigte, dass sich die Wehr nun auch in technischer Hinsicht auf dem modernsten Stand befindet. Bei fast 30 Einsätzen pro Jahr wird der neue Mannschaftswagen mit Löschtank wohl keinen Rost ansetzen.
Kreisbrandrat Markus Barnsteiner kennt die Germaringer Wehr genau: 20 Jahre lang war er dabei, zuletzt als Kommandant. Deshalb freute er sich nicht nur für die Feuerwehren des Kreises über das neue Einsatzfahrzeug. „Eine echte Bereicherung für die Ostallgäuer Wehren“, so Barnsteiner.
Für die musikalische Begleitung des Gottesdienstes und Unterhaltung am Sonntagvormittag sorgte der Musikverein Germaringen. Das Nachmittagsprogramm und den Festausklang übernahm die „Radlerband“.
Quelle: all-in.de |